Rabimmel, Rabammel, Rabumm! Die lange Zeit des Wartens auf eine härtere musikalische Gangart von Grammophon findet am 17. November ein jähes Ende: An diesem Tag zeigt sich der Kulturverein in neuem Gewand. Die Gießerei der Werkstätte Wattens wird Arena für harte Sounds und dicke Eisen. Mit lautem Knall und selten dagewesener Wucht wird Grammophon an diesem Tag zu Megaphon.

Gleich drei Bands vom Fuße des Hafelekars, des Glotzens und des Eiblschrofens präsentieren einen ganzen Abend lang das Rockgenre in all seinen Facetten. Neben den Local Heroes von Jazz Titti erweisen sich die überaus ambitionierten Divine Roots aus Schwaz die Ehre. Als Headliner perfektionieren Bug aus Innsbruck das Programm. Wer also schweißdurchtränkten Baumwollgeruch, Bierfahnen und Genickstarre ebenso liebt wie wir, sollte sich diese Party nicht entgehen lassen.

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Jazz Titti (Blues/Trash/Rock aus Wattens)

So gelingt ein erfrischender Freitagabend-Cocktail: Man nehme eine gehörige Portion Garstigkeit, dazu einen Schuss Übermut, einen Teelöffel ausgepressten Schweinehund, eine Prise Niedertracht und beträufelt das Ganze mit ein klein wenig Maßlosigkeit. Noch ein buntes Schirmchen ins Glas und fertig ist er: Der „Jazz Titti“ – am besten kalt serviert.

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Divine Roots (Heavy Mountain Rock aus Schwaz)

Sie ziehen als die vier apokalyptischen Reiter der Freiheit übers Land. Der Sound spiegelt die düsteren Gebirgsmassive ringsum wider: Ein wildes Auf und Ab aus rauen Kanten und mystischen Figuren, geformt durch Mütterchen Zeit. Die Texte handeln von der Grenzenlosigkeit des menschlichen Verstandes, dem ach so schönen Leben, dem Zorn gegen die Mächtigen, den Schattenseiten der Gesellschaft. Und sind zugleich Aufruf zum positiven Widerstand.

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Bug (Post Noise Rock aus Innsbruck)

„…mit der Gitarre als Mundharmonika, Gesang wie vom nihilistischen ‘Rock’n’Roll Messias’, angezogener Noiseschraube und finalem Troll-Hopsassa.“ – Bad Alchemy. „… bekommt man hier ein schwer verdauliches, jedoch durchaus schmackhaftes Stück Hass geboten, das von ätzendem Witz und finsterer Ablehnung nur so strotzt. Freunde des Kaputten kommen sicher auf ihre Kosten, passt selbstverständlich auch gut zu Selbstgebranntem.“ – pitfire.net

Am 17. November wird die Gießerei Konzertort. Davor, danach und vor allem wird sie ab Ende Oktober gemeinschaftlicher Raum für Handwerken, Gestalten und Ideenspinnereien. Ein Arsenal an Gerätschaften zur Holzbearbeitung (Kreissäge, Kappsäge, Bandschleifer, Werkbank uvm.) eröffnet eine Spielwiese und offene Werkstatt für Hobby-TischlerInnen, Neugierige, Experimentierfreudige und sonstige Holzwürmer in Wattens und Umgebung. Infos gibt’s bei der Werkstätte Wattens: www.werkstaette-wattens.at.

Zurück zur Musik: Wir starten unsere unregelmäßige Megaphon-Reihe und lassen das partyhungrige Volk hochleben. Zum Ausnüchtern sei der Koffermarkt am nächsten Tag empfohlen (zwischen 11 und 17 Uhr in der Werkstätte Wattens). Inklusive Kaffee, Kuchen und sonstigem Körper- und Seelenbalsam.